{"id":346,"date":"2021-09-18T16:08:00","date_gmt":"2021-09-18T16:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sommerhalter.org\/?p=346"},"modified":"2025-02-17T14:17:38","modified_gmt":"2025-02-17T14:17:38","slug":"gendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sommerhalter.org\/?p=346","title":{"rendered":"Gendern ? !"},"content":{"rendered":"\n<p>LGBTQIA+ Ich bin allen Menschen gegen\u00fcber tolerant und offen. Jeder darf sich entfalten wie sich wohlf\u00fchlt. In meinen Kursen spreche ich das offen an und bitte darum mir mitzuteilen wie ich jemanden ansprechen soll und darf. Gleichzeitig bitte ich um Verst\u00e4ndnis wenn mir aufgrund jahrelanger (respektvoller) Gewohnheit mal ein &#8222;Damen und Herren&#8220; oder &#8222;Jungs und M\u00e4dels&#8220; herrausrutscht. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und m\u00f6chte das aus so beibehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gendern in meiner Sprache, f\u00e4llt mir dagegen schwer, weil ich es auch sehr umst\u00e4ndlich zum zuh\u00f6ren oder erst recht beim Lesen empfinde, wie folgendes Beispiel verdeutlichen mag:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">*GENDERN&nbsp; Eine Umfrage unter den Mitglieder \/ Mitvaginen in meinem Umfeld hat ergeben das ER \/ SIE \/ES&nbsp; unterscheiden \/ unterpenissen kann ob Diskriminierung&nbsp; ausgesprochen wird, unabh\u00e4ngig von einer reinen Definition nach Geschlecht\/Gem\u00e4cht\/Divers\/Diffus\/unbestimmt\/unentschlossen oder sonstigem!<\/p>\n\n\n\n<p>Dies  ist meine pers\u00f6nliche, freie Meinung zu diesem Thema. Es ist KEIN Bestandteil meiner Kurse, sofern nicht ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansonsten Verweise ich sehr gerne auf einen hervorragenden Leserbrief der FaZ den ich vollumf\u00e4nglich vertreten kann:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#8222;In der deutschen Sprache gibt es ein nat\u00fcrliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus). Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen. Dabei k\u00f6nnen auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getr\u00fcbt ist, den Unterschied leicht erkennen.<br>Erstens n\u00e4mlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (m\u00e4nnlich und weiblich). Zweitens wird das Genus auch f\u00fcr Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum nat\u00fcrlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Stra\u00dfe oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergr\u00fcnden.<br>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich z. B. mit der Leser oder der Kunde. W\u00e4hrend der Genus \u00fcbergeschlechtlich verwendet wird (der Gast, der Mensch, die Person, die Waise, das Kind, das Individuum), stellt der Sexus eine weitere Aufsplitterung in m\u00e4nnlich und weiblich dar.<br>Wir haben es hier mit etwas zu tun, was man in der Sprachwissenschaft &#8222;Synonymie&#8220; nennt. Synonyme sind gleichlautende W\u00f6rter, die aber unterschiedliche Dinge meinen. Ein &#8222;Fl\u00fcgel&#8220; kann beispielsweise der Teil eines Vogels sein, der Teil einer Fu\u00dfballmannschaft oder ein Klavier. Manchmal sind diese Synonyme nicht so leicht auseinanderzuhalten, und da kommt es dann zu Missverst\u00e4ndnissen wie in der feministischen Sprachwissenschaft. &#8222;Kunden&#8220; kann n\u00e4mlich ebenfalls zweierlei bedeuten: &#8222;Menschen, die einkaufen&#8220; ebenso wie &#8222;M\u00e4nner, die einkaufen&#8220;. Indem Sprachkritiker*innen behaupten, mit &#8222;Kunden&#8220; seien nur M\u00e4nner gemeint, erzeugen sie den Eindruck, Frauen w\u00fcrden sprachlich unterdr\u00fcckt. Sie richten sich nicht danach, was Menschen meinen, wenn sie etwas sagen, sondern danach, was sie ihnen unterstellen, was sie meinen: &#8222;Sie reden ja nur von den M\u00e4nnern! Uns Frauen lassen Sie mal wieder unter den Tisch fallen!&#8220;<br>Aber das ist ebenso Nerv t\u00f6tend wie falsch.<br>Auch sorgt der Artikel im Singular mit dem grammatischen Geschlecht f\u00fcr den Unterschied zwischen der (frohen) Kunde und dem Kunden sowie der Leiter und dem Leiter&#8230;<br>Aus eben den soeben erkl\u00e4rten Gr\u00fcnden sind 99 Lehrerinnen und ein Lehrer zusammen hundert Lehrer: Es wird n\u00e4mlich der grammatikalische Oberbegriff verwendet, sobald eine auch nur irgendwie gemischte Gruppe besteht. Ohne einen solchen Oberbegriff, der f\u00fcr beide Geschlechter gilt, w\u00fcrden sich bestimmte Sachverhalte auch \u00fcberhaupt nicht formulieren lassen (etwa &#8222;Jeder dritte Unternehmer in \u00d6sterreich ist eine Frau.&#8220; oder &#8222;Wir kennen nicht mal das Geschlecht des Verd\u00e4chtigen.&#8220;) Ein &#8222;Tag&#8220; mit seinen 24 Stunden besteht aus Tag und Nacht, genauso wie &#8222;der Kunde&#8220; m\u00e4nnlich oder weiblich sein kann &#8211; unabh\u00e4ngig von seinem grammatischen Geschlecht. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit &#8222;die Katze&#8220;: Die weibliche Form steht als Oberbegriff sowohl f\u00fcr das weibliche Tier als auch f\u00fcr das m\u00e4nnliche, das wir, wenn wir es genauer spezifizieren m\u00f6chten, als &#8222;der Kater&#8220; bezeichnen (so wie &#8222;der Kunde&#8220;, wenn weiblich, zu &#8222;die Kundin&#8220; wird). Zu behaupten mit &#8222;der Kunde&#8220; seien nur M\u00e4nner gemeint, allein weil &#8222;der&#8220; davorsteht, ist grammatisch ungef\u00e4hr so durchdacht wie es die Argumentation ist, mit &#8222;die Kunden&#8220; seien offenbar nur Frauen gemeint, weil &#8222;die&#8220; davorsteht. In Wahrheit dr\u00fcckt nat\u00fcrlich keiner der beiden Artikel den Sexus aus: &#8222;die&#8220; bezieht sich auf die Pluralform, &#8222;der&#8220; auf den Genus. Erst durch die konsequente Doppelbenennung in der feministischen Sprache &#8222;die Kunden und Kundinnen&#8220; wird der Sexismus in die Sprache eingef\u00fchrt, wo er vorher durch den geschlechtsunabh\u00e4ngigen Oberbegriff nicht vorhanden war.<br>Im \u00dcbrigen bin ich \u00f6fter mal &#8222;die Vertretung&#8220; f\u00fcr einen Kollegen. Ist kein Problem f\u00fcr mich.<br>Aber ich kenne auch den Unterschied zwischen Genus und Sexus. Und ehrlich gesagt, m\u00f6chte ich nicht so gerne ein Vertreter, ein Klinkenputzer sein&#8230; Aber ein Mann, der allen Frauen mit Respekt auf Augenh\u00f6he gerne begegnet und hofft, dass alsbald keine Lohn-\/Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern mehr besteht. Denn nur damit unterst\u00fctzen wir die Emanzipation \u2013 nicht aber mit umst\u00e4ndlichem Gender-Sprich-und-Schreib-Stil.\u201c&#8220;<\/p><cite>Quelle Leserbrief FaZ\/Facebook<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LGBTQIA+ Ich bin allen Menschen gegen\u00fcber tolerant und offen. Jeder darf sich entfalten wie sich wohlf\u00fchlt. In meinen Kursen spreche ich das offen an und bitte darum mir mitzuteilen wie ich jemanden ansprechen soll und darf. 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